13 shaares
Zunächst zu meiner Vorstellung: Ich war 40 Jahre lang Physiklehrer, Mitbegründer und einzige noch lebende Gründer des Ortschaftsrates Flinsbach, war im Gemeinderat, beschäftige mich schon lange mit der Ortsgeschichte.
Flinsbacher Hausfrauen haben einen Mikrowellenherd und wissen, dass man damit Lebensmittel zum kochen bringen kann. Einige sagten mir, sie hätten keinen Mikrowellenherd und wissen, dass man damit Lebensmittel zum kochen bringen kann. Einige sagten mir, sie hätten keinen Mikrowellenherd angeschafft, weil sie diese Strahlen fürchten.
Genau diese Strahlen sendet der geplante Funkturm aus. Den Mikrowellenherd kann ich jederzeit abschalten, dem Funkturm bin ich 24 Stunden am Tag ausgestzt. Auch hier gilt: Die Dosis macht's.
Die Wirkung der Strahlung auf uns Menschen ist umstritten. Als gesichert gilt aber, dass sie unseren Körper erwärmt.
Funkmastbetreiber versichern natürlich, dass die Anlage keine schädliche Strahlung aussendet. Sie wollen Geld vedienen und möglichst sparsam bauen. Dabei werden sie von der Politik unterstützt.
Ärzte hingegen stellen mit Besorgnis fest, dass es in der Nähe der Funkmasten immer mehr Krebserkrankungen gibt. Schon 2004 bildete sich in der Gemeinde Naila in Oberfranken eine Initiative von Ärzten, die 1000 Patientenakten auswerteten. In einem Bereich von 400 m um den Funkturm war die Anzahl der Krebsfälle dreimal so hoch wie in dem Bereich über 400 m. Der geplante Funkmast ist aber nur 150 m vom ersten Haus entfernt, von meinem Haus weniger als 200 m. Die Ärzte stellten aber auch fest, dass die Strahlung noch weitere Krankheiten auslösen kann: Verhaltensstörungen bei Kindern, Herzrhythmusstörungen, Probleme bei Herzschrittmachern, Hirntumore und Schlaflosigkeit.
Dass man sich auf staatliche Grenzwerte nicht verlassen sollte, habe ich selbst drastisch erlebt. Ich hatte dienstlich über Jahre hinweg in der Realschule in Waibstadt zu tun. Mit dem damaligen Rektor sprach ich öfter über das Problem Formaldehyd, das in seiner Schule verbaut worden war. Seine Befürchtungen als Chemielehrer schob man zunächst zur Seite. Erst, als immer mehr Lehrer an Krebs erkrankten, musste die Schule für viel Geld saniert werden. Den Lehrern nützte das aber nichts mehr.
Ein Teil der Ärzteschaft ist überzeugt, dass ein Teil der Menschen durch Funkmasten, die in zu geringem Abstand gebaut wurden, sehr starke gesundheitliche Beeinträchtigungen bekommen hat. Warum soll am Ortsrand von Flinsbach ein 40 m hoher Turm gebaut werden? Diese Höhe ist unüblich. Er soll offensichtlich weit strahlen und wäre damit für uns Anlieger besonders gefährlich.
Das Problem Funkmast wurde bereits in vielen Gemeinden diskutiert. In den meisten wurde mit den Bürgern über einen längeren Zeitraum, bis zu Jahren in Arbeitskreisen diskutiert, um gemeinsam mit den betroffenen Bürgern eine akzeptable Lösung zu finden.
Der Helmstadter Gemeinderat war nicht einmal bereit, den Tagesordnungspunkt Funkmast zu verschieben, um jedem Gemeinderat Zeit zu lassen, sich intensiv mit dem Thema zu befassen und auch den geplanten Standort in Augenschein zu nehmen.
Ich möchte deshalb Herrn Bürgermeister Jürriens und den Gemeinderat bitten, den Gemeinderatsbeschluss aufzuheben, und die Gesundheit der Einwohner von Flinsbach höher zu bewerten als die finanziellen Interessen der Mobilfunkbetreiber.
Was mir noch wichtig erscheint: Im Jahr 2000 gaben die beiden Helmstadter Bürger Buchali und Keller eine Broschüre heraus, in der sie die Gemeindeverwaltung aufforderten, für den Erhalt des Burgstalls zu sorgen (Flinsbacher sagen Schlossbuckel).
Minister Weiser sagte in einem ähnlichen Fall zu drei Gemeinderäten: "Was seid ihr für Gemeinderäte. Wenn ihr es nicht wollt, lehnt es ab."